Kurz; was ist ein Hospiz denn überhaupt?
Ein Hospiz ist keine Klinik, sondern ein Ort der palliativen Pflege, an dem nicht die Heilung, sondern die Lebensqualität im Vordergrund steht. Der Begriff stammt vom lateinischen hospitium („Herberge“, „Gastfreundschaft“) und beschreibt den Grundgedanken sehr treffend: Menschen sollen in einer geschützten, warmen und persönlichen Atmosphäre begleitet werden. Solche Hospize bieten meist ähnliche Möglichkeiten, welche folgende sein können: Schmerzlinderung und Symptomkontrolle durch palliative Medizin
Pflege und psychosoziale Unterstützung
Begleitung der Angehörigen, oft auch Trauerbegleitung
Ehrenamtliche Unterstützung, die ein zentraler Bestandteil der Hospizbewegung ist
Doch wie es sich herausstellte, passte diese Frage gar nicht richtig zu dem Kinderhospizdienst hier in Delmenhorst, weil dieses ein ambulantes und kein stationäres Kinderhospiz sind. Aber Halt: Was ist denn ein ambulantes und ein stationäres Hospiz denn jetzt?
Diese Frage habe ich den beiden natürlich gestellt und habe somit die Antwort für euch, ohne dass ihr es selbst recherchieren müsst.
Also, bei einem stationären Hospiz übernachten die Betroffenen, in unserem Fall leider die Kinder, im Hospiz.
Bei einem ambulanten Hospiz ist es so, dass die Familien bzw. die Kinder zu einem vereinbarten Termin Besuch der Ehrenamtlichen bekommen. Nach Angaben freue es die Kinder sehr, wenn der wöchentliche Besuch ankommt.
Die Termine sind meist wöchentlich, dies kann aber von Familie zu Familie variieren.
Das heißt im Hospiz sind gar keine Kinder untergebracht, sondern sie bekommen Besuch bei sich zu Hause.
Mir wurde ebenso der Aspekt erklärt, dass Kinder ab der Diagnose ihrer unheilbaren Krankheit betreut werden, dies kann natürlich auch unmittelbar nach der Geburt passieren.
Also um sich das mal richtig vor Augen zu führen, die meisten Kinder wissen, dass ihre Krankheit mit den heutigen medizinischen Fortschritten nicht heilbar ist, sie sind totkrank und leben damit. Die Eltern sind natürlich bekümmert, immerhin haben sie Kinder, die totkrank sind. Diese Kinder brauchen 24/7 Support und es ist schlicht und ergreifend nicht leicht für die Eltern, diese Zeit leicht zu durchstehen.
Wenn das Hospiz beginnt, die Kinder vor ihrem 18. Lebensjahr zu begleiten, so können diese Personen bis zum 27. Lebensjahr ohne Kosten betreut bzw. begleitet werden.
,,In erster Linie, muss man sagen, ist das eine Begleitung der gesamten Familie“, so der ehrenamtliche Michael. Er machte mir deutlich, dass die Begleitung natürlich nicht nur den Kindern gilt, sondern auch den Eltern, die schon am Boden zerstört sind, allein wenn sie an den Zustand ihrer Kinder denken.
Man muss ebenso beachten, dass diese Eltern nahezu Vollzeit mit ihren Kindern alle Hände voll zu tun haben und sie sich sehr über die Besuche der Ehrenamtlichen freuen.
Im Falle, dass die Familien sich verständlicherweise nicht so schnell öffnen können, sind die Koordinatoren und Koordinatorinnen dafür zuständig, die Stimmung zu lockern. Wie das passieren kann, so die Ehrenamtlichen, käme es eher spontan, die Lockerung der Atmosphäre könne eine Rede sein, es können aber auch sprechende Taten sein, die das Vertrauen aufzeigen können
Wichtig zu wissen ist auch, dass das Hospiz nicht für die Pflege oder die medizinischen Notwendigkeiten zuständig ist, sondern dass die Ehrenamtlichen einfach für die Betroffenen da sind. ,,Man muss da auch mal seinen Plan über Bord werfen und umswitchen können“, war die Ergänzung von Carolin dazu.
Von den ungefähr 70 Ehrenamtlichen des Delmenhorster Hospizdienstes sind sechs dafür geschult, im Kinder- und Jugendbereich tätig zu sein.
Doch diese sechs Begleiter sind nicht immer alle verfügbar, weswegen hervorgehoben wird, dass man die Hilfe aus Oldenburg sehr wertschätzt.
Genau, richtig gelesen; Oldenburg! Na ja, eigentlich ist das nichts allzu Spezielles. Eines der Hospizdienste in Oldenburg hilft dem hier in Delmenhorst nämlich aus, wie gesagt, sechs verfügbare Freiwillige sind halt wie erwähnt nicht viel.
An der Stelle gab es eine Art Werbeappell des Hospizes an alle, die 22 Jahre oder älter sind: Engagiert euch gerne in diesem Bereich und helft doch ebenso gerne als Freiwillige mit. Solche Leute werden dringend gesucht!
,,Man ist nicht zu jung und jeder bringt seine Stärken mit“, so hat die Koordinatorin ihren Einstieg in die Hospizarbeit erklärt.
Die Ehrenamtlichen haben auch ihre Bereitschaft gezeigt, der Schule bzw. den Schülerinnen und Schülern beim Thema „Nicht heilbare Krankheiten“ von einem selbst oder von Angehörigen zu helfen.
Von Timucin Birinci

