Schulsanitätsdienst

Was passiert eigentlich, wenn das Diensthandy klingelt, und was läuft im Hintergrund ab?

Der Schulsanitätsdienst, kurz SSD, wird in der Schule tätig, sobald es zu Verletzungen oder zu Unfällen mit Personen kommt. Aber wie läuft eigentlich die Ausbildung und die genaue Alarmierung der Schulsanitäter ab?

Ausgebildet werden die Sanis durch die Johanniter-Unfall-Hilfe Delmenhorst. Dazu kommen alle acht Wochen samstags einige Jugendgruppenleiter und Erste-Hilfe- Trainer zusammen. Immer dabei ist Lisa Jahnert, Teil der Ortsjugendleitung und Erste-Hilfe-Trainerin im Ortsverband Delmenhorst.

Bei den Samstagstreffen kommen die SSDler und das Team um Lisa zusammen. Von 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr lernen die Sanis alles rund um das Thema Erste Hilfe, den anatomischen Aufbau des Körpers, den Umgang mit Patienten und noch einiges mehr. Die Kinder werden dann auf Stationen aufgeteilt. An jeder Station wird dann ein anderes Thema der Ersten Hilfe behandelt, sowohl theoretisch als auch praktisch. Von den verschiedenen Arten einen Verband anzulegen bis hin zur Reanimation wird den Schüler:innen alles beigebracht. Die Stationen wechseln immer und natürlich gibt es zwischendurch auch Pausen. Zum Abschluss des Treffens gibt es meist nochmal größere Aufgaben. Hier spielt man dann Fallbeispiele durch und schaut sich an, was man noch verbessern kann. Bei Fallbeispielen wird ein Einsatz simuliert: Jemand spielt Patient und zwei andere SSDler behandeln den Patienten mit den an dem Tag erlernten Methoden und Abfolgen. Das ist eines der Lieblingsaktionen am ganzen Tag. Hier werden dann auch Fallbeispiele mit größerem Aufwand durchgeführt. Es werden Wunden geschminkt oder mit diversen Arten von Tragen gearbeitet, aber auch wird simuliert wie es abläuft wenn der Rettungsdienst mal an die Schule kommen sollte und die entsprechende Zusammenarbeit zwischen SSD und Rettungsdienst.

Bei den Freitagstreffen kommen die SSDler des Maxe zusammen. Dies findet alle vier Wochen freitags in der siebten und achten Stunde statt. Dort arbeitet Frau Wriedt mit den Jugendlichen und man geht auch nochmal auf Themen und Fragen ein. Hier steht die Wiederholung im Vordergrund, aber auch die Renovierung des Sani-Raumes.

Nach einem halben Jahr Ausbildung, geht es zur Prüfung. Hier gibt es zwei Teile, den schriftlichen und den praktischen Bereich. Bei der schriftlichen Prüfung wird Gelerntes abgefragt. Bei der praktischen Prüfung wird die Behandlung eines Patienten geprüft. Hierfür wird ein Fallbeispiel von sogenannten Mimen gespielt (Mimen = Menschen, die den Patienten spielen) und die Sanis müssen entsprechend handeln und behandeln. Nach bestandener Prüfung geht es dann in den aktiven Dienst.

Was passiert nun aber eigentlich, wenn das Diensthandy klingelt?

Wenn Lehrkräfte, die Sekretärinnen oder Schüler*innen die Nummer wählen, steht der sogenannte Erst-Sani auf und geht aus dem Unterricht. Der Erst-Sani begibt sich, während des Telefonats auf den Weg zum Einsatzort. Sobald das erste Telefonat beendet ist, wird der Zweit-Sani angerufen. Die Person macht sich auf den Weg zum Raum und holt den Rucksack. Beide Sanis treffen sich am Einsatzort. Beim Eintreffen und nach erster Versorgung entscheidet sich, wie es weitergeht. Hier gibt es allgemein drei Möglichkeiten. Entweder kehrt die Person zurück in den Unterricht, wird von den Eltern abgeholt oder aber im schlimmsten Fall wird der Rettungsdienst gerufen und übernimmt die weitere Behandlung. Gerade bei Verdacht auf Brüchen oder einer Gehirnerschütterung wird zum Notruf gegriffen. Der SSD darf keine Diagnosen stellen, sondern wenn dann nur einen Verdacht aussprechen!

Das Versorgen und Betreuen der Patienten ist aber nicht nur die einzige Aufgabe. Die Sanis kümmern sich auch um das Auffüllen des Materials im Rucksack, melden Frau Wriedt, wenn Material zuneige geht, halten den Raum sauber. Dies sind nur einige der Aufgaben, die der SSD erledigt.

Insgesamt hat der SSD also weit mehr Aufgaben, als man denkt, und ist ein wichtiger Teil unserer Schule.

Text: Anna-Katharina Litek, 10c

Bilder: Leon Sauermann, weiteres Mitglied der Ortsjugendleitung der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. und Anna-Katharina Litek, 10c

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